Gastbeitrag von Kerstin Schuch
Zwei Orte, ein Name, eine Partnerschaft – und ganz viel Musik: Unter dem Motto „Zweimal Tann – und noch mehr Musik“ stand am vergangenen Samstag die Begegnung zwischen Tann in der Rhön und dem niederbayerischen Tann ganz im Zeichen des gemeinsamen Musizierens.
Die Herrgottsbläser aus Tann in Niederbayern waren zu einem Besuch in die Rhön gekommen. Höhepunkt des mehrtägigen Besuchs war ein gemeinsames Konzert mit heimischen Ensembles in der Tanner Stadtkirche.
Musikalisch eröffneten die Herrgottsbläser aus Tann in Niederbayern das Konzert mit Wolfgang Heins festlichem „Introitus“. Schon dabei zeigte sich die Stärke des Ensembles: ein kraftvoller, präziser Bläserklang, der den Kirchenraum unmittelbar ausfüllte.
Mit Kees Vlaks „Die fünf Kontinente“ nahmen die Musiker ihr Publikum anschließend auf eine musikalische Weltreise mit. Europa, Asien, Afrika, Australien und Amerika erhielten jeweils ihre eigene musikalische Farbe.
Einen völlig anderen Klangkosmos erschlossen die Herrgottsbläser mit Ramin Djawadis Musik aus der Erfolgsserie „Game of Thrones“. Der Ausflug in die Welt von Film und Fernsehen sorgte für einen reizvollen Kontrast zur geistlichen und festlichen Bläsermusik.
Der Kirchenchor Tann präsentierte sich mit einem abwechslungsreichen geistlichen Programm. Mit Thomas Tallis’ „Du höchstes Licht“ und Jaques Berthiers „Laudate omnes gentes“ erklangen Werke aus unterschiedlichen musikalischen Epochen und Traditionen.
Das bekannte „Kreuzberglied“ stellte anschließend einen regionalen und volkstümlichen Akzent her, der das Publikum sogleich mitriss und zu herzlichem Applaus animierte.
Zwei Werke des Chorleiters Thomas Nüdling standen ebenfalls auf dem Programm: das lebendige Magnificat „Meine Seele preist“ und das emotionale Kyrie aus der „Missa in B“.
Mit Johann Sebastian Bachs „Lobe den Herren“ setzte der Kirchenchor schließlich gemeinsam mit den Herrgottsbläsern einen festlichen Schlusspunkt seines musikalischen Beitrags.
Eine besondere Rolle spielte außerdem eine gemeinsame Formation aus der Rhön: Das MusikCorps Tann und der Musikverein Lahrbach traten gemeinsam auf und erweiterten damit die musikalische Begegnung um eine weitere Ebene.
Mit Karen Laffertys bekanntem „Halleluja“ bereicherten die Musiker das Konzert um einen populären und unmittelbar eingängigen Beitrag. Beim „Sancta Maria“ von Johannes Schweitzer legten sie großen Wert auf dynamische Bandbreite.
Dass Musiker aus Tann und dem benachbarten Lahrbach gemeinsam musizierten, passte zugleich hervorragend zum Gedanken des Abends: Musik bringt Menschen und Gruppen zusammen, über Vereins- und Gemeindegrenzen hinweg.
Für die Stadt Tann (Rhön) begrüßte Bürgermeister Matthias Gelbe alle Gäste, Mitwirkenden und Besucher. Der gastgebende evangelische Pfarrer Klaus-Dieter Inerle und der katholische Pfarrer Wolfgang Reincke bereicherten den Abend mit geistlichen Texten und spendeten gemeinsam den Segen.
Damit wurde die Partnerschaft auch auf kirchlicher Ebene sichtbar und hörbar. Die beiden Gemeinden verbindet nicht nur die kommunale Partnerschaft ihrer Orte, sondern auch der persönliche Kontakt ihrer Menschen und ihrer Kirchengemeinden.
Den eigentlichen Höhepunkt bildete schließlich ein Beitrag, bei dem die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen ganz verschwanden. Alle Mitwirkenden und die Konzertbesucher stimmten gemeinsam „Möge die Straße uns zusammenführen“ an.
Die Zeilen von der gemeinsamen Straße, vom Wiedersehen und von Gottes Begleitung waren dabei mehr als ein stimmungsvoller Abschluss.
Sie passten geradezu perfekt zu dem, was die Tage in Tann geprägt hatte: Menschen machen sich auf den Weg zueinander, besuchen einander, lernen sich kennen und gestalten gemeinsam etwas.
Denn Städtepartnerschaften leben nicht allein von Urkunden und offiziellen Begegnungen. Sie leben von Menschen, von Freundschaften und von gemeinsamen Erlebnissen. Und manchmal braucht es dafür gar nicht viele Worte. Ein gemeinsamer Klang reicht.






